Bereits in der Antike gab es verschiedene sportliche Aktivitäten, die man mit Handball, wie man ihn heute kennt, in Verbindung bringen kann. Diese verschiedenen Fang- und Wurfspiele finden sich in unterschiedlichen Kulturen der letzten beiden Jahrtausende wieder. Netz- und Korbball gab es schon im 19. Jahrhundert. Aus dem Korbball entwickelte sich Basketball, der heute in der Welt als zweitbeliebteste Ballsportart gilt.

Die ersten Regeln, bei denen ein Ball auf Tore geworfen wurde, stammen aus Dänemark. Als eigentlicher Geburtstag de Handballsports gilt jedoch der 29. Oktober 1917. Der Berliner Turnwart Max Heiser veröffentlichte das erste Regelwerk. Eigentlich entwickelte er das Spiel für Mädchen und Frauen, da er Fußball als zu körperbetont für das vermeintlich schwache Geschlecht ansah. In seiner Version des Handballs gab es keinen Körperkontakt.

Zwei Jahre später war es Turnlehrer Carl Schlenz, der den Sport auch für Jungen und Männer attraktiv machte, indem er den Ball verkleinerte und Zweikämpfe mit körperlichem Einsatz in das Regelwerk einfügte. Er führte auch das „Prellen“ und die 3-Schritte-Regel ein. Um den Bekanntheitsgrad zu erweitern, nutzte er für Spielfeld- und Mannschaftsgröße einfach Fußball als Vorbild. Heute ist diese Variante als Großfeld-Handball bekannt. Sie wird aber kaum noch gespielt.

Vom Feldhandball zum heutigen Handball

Die skandinavischen Länder waren die treibende Kraft in der Entwicklung des Hallenhandballs. Grund dafür waren die klimatischen Verhältnisse, die die Möglichkeit zum Feldhandball auf ein paar Monate im Jahr limitierten. Das Spiel und natürlich das Regelwerk wurden der neuen Umgebung angepasst. Das Handballspiel wurde schneller und sicherer und damit natürlich auch einiges attraktiver für die Zuschauer.

Hallenhandball wurde 1972 in München olympisch. Das war der große Wendepunkt in diesem Sport. Seitdem spielt Feldhandball eigentlich keine Rolle mehr. Die letzte Deutsche Meisterschaft im Feldhandball wurde 1975 ausgespielt. Seitdem dominiert der Hallensport und eigentlich denkt niemand mehr beim Begriff „Handball“ an einen Outdoor-Sport.